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Geöffneter Verteiler mit Reihenklemmen, Sicherungen und sauber geführten Leitungen

Ratgeber · Elektrik im Bestand

Elektrik im Altbau erneuern: Was kostet das?

Warum es keine ehrliche Quadratmeterzahl gibt, wann eine Teilsanierung reicht und wie Sie Kosten sparen. Stand November 2026.

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AE Automation & Elektro, Bad Saulgau · Ansprechpartner Emirhan Arslan, staatlich geprüfter Techniker · Stand: 1. November 2026

Kurz gesagt

Für die Elektrosanierung im Altbau gibt es keine unabhängig erhobenen Preise, Quadratmeterzahlen im Netz stammen von Portalen. Den Preis bestimmen vor allem der Umfang, die Wahl zwischen Teil- und Komplettsanierung, die gewünschte Ausstattung, Verteiler und Zählerschrank sowie Putz- und Malerarbeiten. Die Arbeitskosten können Sie zu 20 Prozent von der Steuer absetzen.

Gibt es verlässliche Preise für die Elektrosanierung?

Leider nein. Weder Verbraucherzentrale noch Stiftung Warentest oder co2online veröffentlichen eine Preisspanne für die Erneuerung der Elektrik im Altbau. Die Verbraucherzentrale weist nur darauf hin, dass eine nötige Erneuerung der Hauselektrik in ihren PV-Preisen nicht enthalten ist.1 Die Quadratmeterpreise im Netz stammen von Vermittlungsportalen, ohne offene Methode und ohne Angabe, was genau enthalten ist.

Wir nennen deshalb keine Pauschale. Sie bekommen hier, was wirklich hilft: welche Posten den Preis treiben und wie Sie die Kosten steuern.

Der wichtigste Hebel ist der Zeitpunkt. Ist ohnehin eine Sanierung geplant, mit neuem Bad, neuer Küche, neuen Böden oder Dämmung, liegen Wände und Decken offen. Dann fallen Schlitze, Putz und Maler nur einmal an. Wer die Elektrik erst nach dem Renovieren erneuert, zahlt diese Arbeiten doppelt.

Wann ist eine Komplettsanierung nötig und wann reicht ein Teil?

Laut Elektrohandwerk hat jedes zweite Wohngebäude erhebliche Mängel bei der Elektroausstattung, besonders Häuser der Baujahre 1950 bis 1979.2 Die Initiative ELEKTRO+ setzt sich dafür ein, Anlagen spätestens nach 40 Jahren zu erneuern.3 Ihr Argument: Alte Anlagen erfüllen nur die Sicherheitsanforderungen ihrer Bauzeit. Fehlerstromschutzschalter und Überspannungsschutz fehlen oft, dazu kommen Verschleiß und zu wenige Steckdosen.3 Das heißt aber nicht, dass immer alles raus muss.

  • Komplettsanierung: sinnvoll bei Leitungen ohne Schutzleiter, Stoffisolierung oder wenn ohnehin Wände, Böden und Decken offen sind. Dann kostet jede neue Leitung am wenigsten.
  • Teilsanierung: neuer Verteiler mit Fehlerstromschutz, einzelne Stromkreise für Küche, Bad oder Homeoffice neu, der Rest bleibt nach Prüfung in Betrieb.

Rechtlich gilt: Eine unveränderte Altanlage muss nicht nachgerüstet werden. Für alles, was Sie ändern oder erweitern, gilt die aktuelle Norm. Seit der DIN VDE 0100-410 von 2018 brauchen neue Steckdosenstromkreise bis 32 A und die Beleuchtung in Wohnungen einen Fehlerstromschutz.4 Welche Zeichen auf alte Elektrik hindeuten, steht im Ratgeber Ist ein E-Check Pflicht?

Welche Posten bestimmen die Kosten?

  • Umfang: Zahl der Stromkreise, Steckdosen, Schalter und Anschlüsse. Hier entscheidet die Ausstattung, siehe unten.
  • Leitungsweg: Unter Putz heißt Schlitze fräsen, Leitungen legen, verputzen und streichen. Auf Putz oder in Kanälen ist günstiger, aber sichtbar.
  • Verteiler und Zählerschrank: Ein neuer Verteiler gehört fast immer dazu. Ist der Zählerplatz eine alte Tafel, wird er bei größeren Änderungen meist mit fällig. Mehr dazu auf unserer Seite Zählerschrank erneuern.
  • Bewohnt oder leer: Im leeren Haus geht es schneller, weil Räume nicht geräumt und täglich wieder bewohnbar gemacht werden müssen.
  • Zukunft: Leerrohre für Netzwerk, Wallbox, PV oder Smart Home kosten bei offener Wand wenig und sparen später viel.
  • Prüfung: Messung nach DIN VDE 0100-600 und Prüfprotokoll gehören in jedes Angebot.

Wie viel Ausstattung sollten Sie einplanen?

Die Mindestausstattung legt die DIN 18015-2 fest: wie viele Stromkreise, Steckdosen, Schalter und Anschlüsse ein Haushalt mindestens braucht. Die Richtlinie RAL-RG 678 baut darauf auf und kennt drei Stufen: ein Stern entspricht der Mindestausstattung, zwei Sterne sind Standard, drei Sterne Komfort. ELEKTRO+ empfiehlt möglichst zwei Sterne.5

Ein Beispiel aus derselben Quelle zeigt, wie viel das ist: Für eine 75 m² große Dreizimmerwohnung kommen nach DIN 18015-2 ungefähr 40 Steckdosen zusammen.5 Viele Altbauten haben deutlich weniger. Wer hier spart, landet bei Mehrfachsteckern und überlasteten Stromkreisen.

Für die Kosten heißt das: Zwei Sterne kosten mehr als die Mindestausstattung, aber deutlich weniger als ein späteres Nachrüsten in fertig verputzten Räumen. Den Bedarf je Raum legen wir vor dem Angebot gemeinsam mit Ihnen fest.

Gibt es Förderung oder Steuervorteile?

Die Arbeitskosten sind eine Handwerkerleistung. Sie mindern die Einkommensteuer um 20 Prozent, höchstens 1.200 Euro im Jahr, wenn Sie eine Rechnung haben und auf das Konto des Betriebs überweisen.6 Bei einer Sanierung über mehrere Jahre lohnt es sich, die Rechnungen auf zwei Steuerjahre zu verteilen.

Eine eigene Förderung nur für neue Elektrik gibt es nach unserem Stand nicht. Das KfW-Infoblatt zur Gebäudeförderung nennt Elektroarbeiten nur als Teil geförderter Maßnahmen, etwa die elektrische Infrastruktur einer Wärmepumpe.7 Läuft Ihre Sanierung mit Förderung, klären Sie mit dem Energieberater, welcher Anteil anrechenbar ist.

Wie läuft die Erneuerung ab?

  1. Prüfung: Bestandsaufnahme mit Messung. Sie zeigt, was dringend ist und was warten kann.
  2. Planung: Räume, Stromkreise und Ausstattung festlegen, Reserve für später einplanen.
  3. Angebot: Material, Arbeitszeit, Verteiler, Nebenarbeiten und Prüfung als eigene Posten.
  4. Rohinstallation: Schlitze, Dosen und Leitungen, bevor Putz und Maler kommen.
  5. Fertigstellung und Übergabe: Schalter, Steckdosen, Verteiler, Messung und Prüfprotokoll.

Im bewohnten Haus arbeiten wir meist Raum für Raum, damit Küche und Bad nicht tagelang ohne Strom sind. Wie lange das dauert, hängt vom Umfang ab und steht im Angebot.

Was wir bei einer Elektroinstallation im Altbau in Bad Saulgau übernehmen, steht auf unserer Leistungsseite. Wenn Sie mehrere Angebote vergleichen, hilft der Ratgeber Wie finde ich einen guten Elektriker? Nicht jede alte Anlage muss komplett raus, das sagen wir Ihnen ehrlich.

Kurze Fragen zur Elektrik im Altbau

Ihre Frage ist nicht dabei? Rufen Sie einfach kurz durch.

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Was kostet es, die Elektrik im Altbau zu erneuern?

Eine unabhängig erhobene Preisspanne gibt es nicht, Quadratmeterpreise im Netz stammen von Portalen. Den Preis bestimmen Umfang und Ausstattung, Teil- oder Komplettsanierung, Leitungsweg unter oder auf Putz, Verteiler und Zählerschrank sowie Putz- und Malerarbeiten. Ein verlässlicher Preis entsteht erst nach Prüfung und Planung vor Ort.

Muss im Altbau immer die ganze Elektrik raus?

Nein. Eine unveränderte Altanlage darf bleiben, solange sie sicher ist. Oft reichen ein neuer Verteiler mit Fehlerstromschutz und neue Stromkreise für Küche, Bad oder Homeoffice. Eine Komplettsanierung lohnt sich bei Leitungen ohne Schutzleiter oder wenn Wände und Böden ohnehin offen sind.

Wie viele Steckdosen braucht eine Wohnung?

Nach der Mindestausstattung der DIN 18015-2 kommen für eine 75 m² große Dreizimmerwohnung ungefähr 40 Steckdosen zusammen, so die Initiative ELEKTRO+. Die Richtlinie RAL-RG 678 unterscheidet ein bis drei Sterne. ELEKTRO+ empfiehlt möglichst die Zwei-Sterne-Ausstattung.

Kann ich die Elektrosanierung von der Steuer absetzen?

Die Arbeitskosten ja, als Handwerkerleistung nach § 35a EStG: 20 Prozent, höchstens 1.200 Euro Steuerermäßigung im Jahr. Sie brauchen eine Rechnung mit ausgewiesenen Arbeitskosten und müssen überweisen. Bei längeren Sanierungen kann es sich lohnen, die Rechnungen auf zwei Jahre zu verteilen.

Gibt es eine Förderung für neue Elektrik im Altbau?

Eine eigene Förderung nur für die Elektrik gibt es nach unserem Stand nicht. Laut KfW-Infoblatt zählt Elektrik nur als Teil geförderter Maßnahmen, etwa die elektrische Infrastruktur einer Wärmepumpe. Läuft Ihre Sanierung mit Förderung, klären Sie den anrechenbaren Anteil mit dem Energieberater.

Altbau-Elektrik in Bad Saulgau erneuern?

Schreiben Sie uns Baujahr, Wohnfläche und was geplant ist, gern mit Foto vom Verteiler. Sie bekommen in der Regel innerhalb von 24 Stunden eine Rückmeldung.

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