Kurz gesagt
Wer eine PV-Anlage kauft, holt mehrere Angebote vor Ort ein, vergleicht sie Posten für Posten und zahlt keine Vorschüsse für Leistungen, die noch nicht erbracht sind. So rät es die Verbraucherzentrale. Gerüst, Zählerschrank, Montage und Netzanschluss gehören ins Angebot. Anmelden darf die Anlage nur ein Elektrobetrieb, der im Installateurverzeichnis des Netzbetreibers steht.
Wie läuft der Kauf einer PV-Anlage ab?
Zwischen der ersten Idee und dem ersten eigenen Solarstrom liegen sieben Schritte. Die meisten Fehler passieren in den ersten drei, also lange bevor ein Modul auf dem Dach liegt.
- Verbrauch und Pläne klären: Wie viel Strom brauchen Sie heute, und kommen Wärmepumpe oder E-Auto dazu? Das sollten Sie laut Verbraucherzentrale vor der Planung festlegen.1
- Dach prüfen: Optimal sind Süden und rund 30 Grad Neigung. Ost- und Westdächer liefern weniger, verteilen den Strom aber besser über den Tag. Für 1 kWp brauchen Sie etwa 5 bis 7 Quadratmeter.1
- Angebote vor Ort einholen: mehrere Fachbetriebe, jedes Angebot nach einem Termin am Haus.
- Angebote vergleichen: mit der Checkliste weiter unten.
- Vertrag schließen: Garantiebedingungen gleich mitgeben lassen, keine Vorschüsse für noch nicht erbrachte Leistungen.1
- Netzanfrage und Montage: Der Installationsbetrieb stellt die Anfrage beim Netzbetreiber. Dann kommen Module, Wechselrichter, Speicher und gegebenenfalls ein neuer Zählerschrank.
- Inbetriebnahme und Anmeldung: Fertigmeldung beim Netzbetreiber, Eintrag ins Marktstammdatenregister innerhalb eines Monats. Wie das in Bad Saulgau läuft, steht im Ratgeber PV-Anlage in Bad Saulgau anmelden.
Was kostet eine PV-Anlage 2026?
Die Verbraucherzentrale hat 71 echte Angebote ausgewertet. Bei 9 bis 10 kWp lag der Schnitt bei rund 1.410 Euro pro kWp, ohne Speicher.2 Finanztip rät, nicht mehr als 1.600 Euro pro kWp zu zahlen.3 Auf Wohngebäuden fällt auf Lieferung und Installation keine Umsatzsteuer an.4 Alle Preise je Größe und für den Speicher stehen im Ratgeber Was kostet eine PV-Anlage mit Speicher?
Wie vergleiche ich PV-Angebote richtig?
Vergleichen lässt sich nur, was gleich aufgeschlüsselt ist. Die Verbraucherzentrale nennt dafür klare Punkte: Alle Komponenten genau beschrieben, Gerüst und nötiger Zählerschrankumbau enthalten, Montage und Netzanschluss vollständig aufgeführt.1 Daraus ergibt sich diese Checkliste:
- Leistung in kWp und daraus der Preis pro kWp. Das ist die einzige Zahl, die Angebote unterschiedlicher Größe vergleichbar macht.
- Module und Wechselrichter mit Hersteller und Typ, nicht nur „Markenmodule“.
- Speicher mit nutzbarer Kapazität in kWh, nicht nur der Bruttogröße.
- Gerüst, Kabelwege und Zählerschrank als eigene Posten. Fehlt der Zählerschrank, kann er später die Rechnung sprengen.
- Anmeldung beim Netzbetreiber und im Marktstammdatenregister im Leistungsumfang.
- Garantie und Gewährleistung: Üblich sind 5 Jahre Gewährleistung des Verkäufers, freiwillige Herstellergarantien laufen 10 bis mehr als 20 Jahre. Der Hersteller sollte in Deutschland erreichbar sein.1
- Zahlungsplan: Zahlung nach Leistung, keine Vorkasse für das ganze Projekt.
Unsicher? Die Energieberatung der Verbraucherzentrale prüft bis zu drei Angebote.1
Woran erkenne ich einen guten Photovoltaik-Anbieter?
Die Verbraucherzentrale rät, auf nachweisbare Kompetenz zu achten, etwa Aus- und Weiterbildungen oder Herstellerschulungen, nach Referenzen zu fragen und andere Kunden anzusprechen. Betriebe in der Nähe sind von Vorteil, weil sie bei Reklamationen schneller reagieren.1 Wer also nach einer Photovoltaik-Firma in der Nähe sucht, sucht zu Recht.
Dazu kommt ein harter Punkt: Arbeiten an der Elektroanlage hinter dem Hausanschluss dürfen außer dem Netzbetreiber nur Betriebe ausführen, die im Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers stehen.5 Nur ein solcher Betrieb kann Ihre Anlage anmelden. Wie Sie das und die Handwerksrolle prüfen, steht im Ratgeber woran Sie einen guten Elektriker erkennen.
Welche Fallstricke gibt es beim PV-Kauf?
- Standardpaket ohne Termin: Ein fertiges Paket passt nicht auf jedes Dach. Die Anlage sollte an Ihr Dach angepasst werden.1
- Speicher zu groß: Die HTW Berlin empfiehlt höchstens 1,5 kWh nutzbare Kapazität je 1.000 kWh Jahresverbrauch.6 Mehr wird im Winter kaum voll. Details im Ratgeber Stromspeicher nachrüsten.
- Einspeisevertrag: Nach dem EEG ist keiner nötig. Er kann sogar schaden, wenn er einseitige Haftungsbeschränkungen enthält.1
- Smart Meter vergessen: Ab 7 kWp sind Smart Meter und Steuerbox Pflicht. Ohne sie darf eine neue Anlage nur 60 Prozent ihrer Leistung einspeisen.7 Beides braucht Platz im Zählerschrank.
- Inbetriebnahme verschoben: Die Vergütung richtet sich nach dem Tag der Inbetriebnahme. Für Anlagen bis 31. Dezember 2026 gelten die bisherigen Regeln mit 20 Jahren Vergütung, für 2027 ist ein neues Gesetz in Beratung.9
- Versicherung: Die Anlage gehört mindestens in die Wohngebäudeversicherung, gegen Sturm, Hagel, Blitz und Feuer.1
Warum ein Elektriker vor Ort?
Die Module setzt meist ein Solarteur oder Dachdecker. Alles, was danach kommt, ist Elektrik: Leitungen vom Dach zum Wechselrichter, Überspannungsschutz, Speicher, Zählerschrank und die Anmeldung. Wer hier vor Ort sitzt, kennt die Netzbetreiber der Region. In der Kernstadt Bad Saulgau sind das bis Ende 2026 die Stadtwerke, ab 1. Januar 2027 die Thüga Energienetze.8 In den Teilorten und in vielen Nachbarorten ist es die Netze BW.
Wir übernehmen die komplette PV-Elektrik in Bad Saulgau, auch wenn ein anderer Fachbetrieb die Module montiert. Schicken Sie uns Ihr Angebot, wir sagen Ihnen ehrlich, was elektrisch fehlt. Ob sich die Anlage für Ihr Haus rechnet, zeigt unser Ratgeber Lohnt sich Photovoltaik 2026?
Quellen
- Verbraucherzentrale: Photovoltaik, was bei der Planung einer Solaranlage wichtig ist (26.08.2026)
- Verbraucherzentrale: Was kostet eine Photovoltaikanlage? (28.08.2026)
- Finanztip: Photovoltaik 2026 (28.05.2026)
- § 12 Abs. 3 Umsatzsteuergesetz
- § 13 Niederspannungsanschlussverordnung (NAV)
- HTW Berlin: FAQ zum Unabhängigkeitsrechner
- Verbraucherzentrale: EEG 2023/24, was heute für Photovoltaik-Anlagen gilt (01.08.2026)
- Stadtwerke Bad Saulgau: Netzbetreiberwechsel Strom ab 01.01.2027 (PDF)
- Bundesnetzagentur: EEG-Förderung und Fördersätze