Kurz gesagt
In unserer Beispielrechnung für ein Einfamilienhaus in Oberschwaben mit 10 kWp und 4.000 kWh Verbrauch hat sich die Anlage nach etwa 12 bis 14 Jahren bezahlt, je nach Variante. Mit Speicher geht es am schnellsten, ohne Speicher bringt die Volleinspeisung mehr als die Teileinspeisung. Oberschwaben bekommt laut Deutschem Wetterdienst rund 9 Prozent mehr Sonne als der Bundesschnitt.
Wie viel Sonne bekommt Oberschwaben?
Mehr als der Durchschnitt. Der Deutsche Wetterdienst veröffentlicht die Globalstrahlung als Raster mit 1 Kilometer Auflösung. Im Mittel der Jahre 1991 bis 2020 kommen in Bad Saulgau rund 1.180 kWh pro Quadratmeter und Jahr an, im Bundesschnitt rund 1.086 kWh. Das sind etwa 9 Prozent mehr. Ostrach liegt gleichauf, Ravensburg bei rund 1.200 kWh.1 Die Ortswerte haben wir selbst aus den DWD-Rasterdaten ausgelesen.
Was daraus auf Ihrem Dach wird, rechnet das PVGIS-Werkzeug der EU-Kommission. Für Bad Saulgau, 35 Grad Neigung und 14 Prozent Systemverlust ergeben sich je kWp:2
| Ausrichtung | Ertrag pro kWp und Jahr |
|---|---|
| Süd | rund 1.140 kWh |
| Ost oder West | rund 910 kWh |
Für die Rechnung unten nehmen wir vorsichtig 1.000 kWh pro kWp an, also zwischen Ost-West und Süd. Die Verbraucherzentrale rechnet bundesweit mit 900 kWh.3
Mit welchen Annahmen rechnen wir?
- Haus: Einfamilienhaus, 4.000 kWh Stromverbrauch im Jahr, Platz für 10 kWp.
- Ertrag: 10 kWp × 1.000 kWh = 10.000 kWh im Jahr.
- Strompreis: 37,3 Cent pro kWh, der Durchschnitt für Haushalte 2026 laut BDEW.4
- Vergütung: Inbetriebnahme bis 31. Dezember 2026, bis 10 kWp 7,70 Cent bei Teileinspeisung und 12,22 Cent bei Volleinspeisung, fest für 20 Jahre.5 Für Anlagen ab Februar 2026 waren es noch 7,78 und 12,34 Cent.
- Eigenverbrauch: Ohne Speicher deckt eine typische Anlage rund 30 Prozent des Verbrauchs, mit Speicher bis etwa 70 Prozent.3 Wir rechnen mit 30 und vorsichtig mit 60 Prozent.
- Zähler: Ab 7 kWp sind Smart Meter und Steuerbox Pflicht. Dafür dürfen Ihnen höchstens 50 plus 50 Euro im Jahr berechnet werden, wir setzen 100 Euro an.7
- Preise: 10 kWp × 1.410 Euro = 14.100 Euro, Speicher 6 kWh × 480 Euro = rund 2.900 Euro, Durchschnitt echter Angebote laut Verbraucherzentrale, ohne Umsatzsteuer.8
Was bringt die Anlage im Jahr?
- A: ohne Speicher, Teileinspeisung. 1.200 kWh selbst genutzt × 37,3 ct = 448 Euro gespart, 8.800 kWh × 7,70 ct = 678 Euro Vergütung. Nach Zählerkosten rund 1.026 Euro im Jahr. Bezahlt nach knapp 14 Jahren.
- B: ohne Speicher, Volleinspeisung. 10.000 kWh × 12,22 ct = 1.222 Euro Vergütung. Nach Zählerkosten rund 1.122 Euro im Jahr. Bezahlt nach gut 12,5 Jahren.
- C: mit 6-kWh-Speicher, Teileinspeisung. 2.400 kWh selbst genutzt × 37,3 ct = 895 Euro gespart, 7.600 kWh × 7,70 ct = 585 Euro Vergütung. Nach Zählerkosten rund 1.380 Euro im Jahr, bei rund 17.000 Euro Anschaffung. Bezahlt nach gut 12 Jahren.
Über die 20 Jahre der festen Vergütung bleiben in dieser Rechnung bei A rund 6.400 Euro, bei B rund 8.300 Euro und bei C rund 10.600 Euro mehr übrig, als die Anlage gekostet hat.
Eigenverbrauch oder Einspeisung: was lohnt mehr?
Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde spart 37,3 Cent, jede eingespeiste bringt nur 7,70 Cent. Eigenverbrauch ist also fast fünfmal so viel wert. Trotzdem gewinnt in unserem Beispiel ohne Speicher die Volleinspeisung, weil sie für alle 10.000 kWh 12,22 Cent zahlt.
Die Grenze liegt bei rund 1.500 kWh selbst verbrauchtem Solarstrom im Jahr. Darunter bringt Volleinspeisung mehr, darüber die Teileinspeisung. Wer eine Wärmepumpe betreibt, ein E-Auto mittags lädt oder einen Speicher hat, kommt schnell darüber. Wechseln können Sie jedes Jahr, wenn Sie es dem Netzbetreiber vor dem 1. Dezember mitteilen.6 Was eine Wallbox mit PV-Überschuss bringt, steht auf unserer Seite Wallbox in Bad Saulgau.
Lohnt sich der Speicher in dieser Rechnung?
Knapp ja. Variante C ist am schnellsten bezahlt, weil mehr teurer Netzstrom wegfällt. Die Verbraucherzentrale schätzt die Lebensdauer eines Speichers aber auf 10 bis 15 Jahre.9 Er kann also vor Ablauf der 20 Jahre fällig werden. Die richtige Größe nach HTW-Faustregel und die Preise je kWh stehen im Ratgeber Was kostet eine PV-Anlage mit Speicher? Einen Speicher können Sie auch später ergänzen, siehe Stromspeicher nachrüsten.
Was ist in der Rechnung nicht drin?
- Strompreis: Wir rechnen 20 Jahre mit 37,3 Cent. Steigt er, lohnt sich die Anlage schneller, sinkt er, langsamer.
- Wartung und Versicherung: Die Verbraucherzentrale rät zu einer Prüfung spätestens alle 5 Jahre.3 Kosten dafür haben wir nicht angesetzt.
- Wechselrichter und Speicherverluste: nicht eingerechnet, ebenso wenig Zinsen.
- Negative Strompreise: In solchen Stunden gibt es für neue Anlagen mit Smart Meter keine Vergütung. Die Zeit wird an die 20 Jahre angehängt.10
Steuern spielen bei Anlagen bis 30 kWp kaum eine Rolle: Die Einnahmen sind einkommensteuerfrei, der Kauf ist umsatzsteuerfrei. Was Sie dem Finanzamt melden müssen, steht im Ratgeber PV-Anlage anmelden in Bad Saulgau.
Lohnt es sich, bis 2027 zu warten?
Eher nicht. Für Anlagen, die bis 31. Dezember 2026 ans Netz gehen, gilt die feste Vergütung für 20 Jahre. Für die Zeit danach berät der Bundestag ein neues Gesetz, beschlossen ist es Stand 1. November 2026 nicht.5 Der Entwurf der Bundesregierung sieht für neue kleine Anlagen statt 20 Jahren nur noch eine befristete Vergütung vor.10 Der Eigenverbrauch bleibt in jedem Fall der größte Hebel. Wir rechnen Ihre Anlage gern mit Ihren echten Zahlen durch. Wie der Kauf abläuft, steht im Ratgeber PV-Anlage kaufen.
Quellen
- Deutscher Wetterdienst: Rasterdaten Globalstrahlung, vieljähriges Mittel 1991 bis 2020 (Open Data)
- Europäische Kommission, JRC: PVGIS 5.3, Ertragsrechner Photovoltaik
- Verbraucherzentrale: Photovoltaik, was bei der Planung einer Solaranlage wichtig ist (26.08.2026)
- BDEW: Strompreisanalyse Oktober 2026 (28.10.2026)
- Bundesnetzagentur: EEG-Förderung und Fördersätze
- § 48 Erneuerbare-Energien-Gesetz (Solaranlagen, Abs. 2a Volleinspeisung)
- § 30 Messstellenbetriebsgesetz (Preisobergrenzen intelligentes Messsystem)
- Verbraucherzentrale: Was kostet eine Photovoltaikanlage? (28.08.2026)
- Verbraucherzentrale: Lohnen sich Batteriespeicher für Photovoltaik-Anlagen? (02.07.2026)
- Verbraucherzentrale: EEG 2023/24, was heute für Photovoltaik-Anlagen gilt (01.08.2026)