Kurz gesagt
Die PV-Anlage meldet der Elektrobetrieb beim Netzbetreiber an. In der Kernstadt Bad Saulgau sind das bis 31. Dezember 2026 die Stadtwerke, ab 1. Januar 2027 die Thüga Energienetze, in den Teilorten die Netze BW. Anlage und Speicher müssen innerhalb eines Monats ins Marktstammdatenregister. Beim Finanzamt ist bei kleinen Anlagen meist keine Anmeldung nötig.
Welcher Netzbetreiber ist in Bad Saulgau zuständig?
Das hängt davon ab, wo Ihr Haus steht. Bad Saulgau hat zwei Stromnetze: eines in der Kernstadt und eines in den Teilorten.
| Ort | Netzbetreiber Strom |
|---|---|
| Kernstadt Bad Saulgau bis 31.12.2026 | Stadtwerke Bad Saulgau |
| Kernstadt Bad Saulgau ab 01.01.2027 | ThügaNETZE (Thüga Energienetze GmbH) |
| Teilorte, z. B. Bierstetten, Fulgenstadt, Moosheim | Netze BW |
| Herbertingen, Ostrach, Altshausen, Bad Buchau, Riedlingen | Netze BW |
| Mengen | Stadtwerke Mengen |
| Sigmaringen | Stadtwerke Sigmaringen |
Quellen sind das Wechsel-Infoblatt der Stadtwerke Bad Saulgau1, ihre PV-Seite2, die Netze BW3 und unsere Abfrage im Netzbetreiberverzeichnis VNBdigital vom 15. Oktober 2026.4 Am Ortsrand kann es abweichen. Für Ihre genaue Adresse prüfen wir das vor dem Antrag.
Was ändert sich durch den Wechsel zur Thüga 2027?
Zum 1. Januar 2027 übernimmt die ThügaNETZE, eine Marke der Thüga Energienetze GmbH aus Schifferstadt, den Netzbetrieb Strom für das Netzgebiet 88348 Bad Saulgau. Alle Rechte und Pflichten aus dem Netzbetrieb gehen von den Stadtwerken auf die Thüga über, auch die Rolle als grundzuständiger Messstellenbetreiber, also für die Zähler.1
- Ihr Stromvertrag bleibt: Bestehende Lieferverträge sind vom Wechsel nicht berührt. Grundversorger bleiben vorerst die Stadtwerke Bad Saulgau.1
- Neue Anträge ab 2027: Wer ab Januar eine PV-Anlage in der Kernstadt anschließt, hat die Thüga als Ansprechpartner. Wie sie Anträge ab 2027 annimmt, war bis 1. November 2026 nicht öffentlich beschrieben.
- Anlagen um den Jahreswechsel: Läuft ein Antrag noch bei den Stadtwerken und geht die Anlage erst 2027 ans Netz, klären wir die Übergabe direkt mit beiden Seiten.
Wie läuft die Anmeldung beim Netzbetreiber ab?
- Netzanfrage: In der Kernstadt über das Netzanschlussportal der Stadtwerke, mit Lageplan und Messkonzept, bei Speichern zusätzlich mit Speicherschema. Den Antrag kann nur der Vertragsinstallateur stellen.2 Bei der Netze BW meldet die Elektrofachkraft über das Kundenportal an.3
- Antwort abwarten: Bei Anlagen bis 30 kWp muss der Netzbetreiber innerhalb von vier Wochen antworten, sonst gilt die Anfrage als genehmigt.5
- Installation: Arbeiten am Hausnetz dürfen nur Betriebe aus dem Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers ausführen.6
- Inbetriebsetzung: Der Elektroinstallateur nimmt die Anlage in Betrieb und reicht Protokolle, Fotos, Datenblätter, Stringplan, Übersichtsplan, die Bestätigung aus dem Marktstammdatenregister und die ZEREZ-Nummern der Geräte ein. Ohne ZEREZ-Nummer keine Inbetriebsetzung.2
- Zähler: Ab 7 kWp sind Smart Meter und Steuerbox Pflicht. Ohne sie darf eine neue Anlage nur 60 Prozent ihrer Leistung einspeisen.5
Wer den gesamten Strom einspeisen will, statt ihn selbst zu nutzen, muss das dem Netzbetreiber vor der Inbetriebnahme in Textform mitteilen, danach jeweils vor dem 1. Dezember für das Folgejahr.13 Ob sich das lohnt, rechnen wir im Ratgeber Lohnt sich Photovoltaik 2026? vor.
Wie trage ich die Anlage ins Marktstammdatenregister ein?
PV-Anlage und Speicher müssen innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur stehen.7 Die Eintragung geht nur online. Sie können sie selbst machen oder dem Installationsbetrieb überlassen, die Verbraucherzentrale empfiehlt Letzteres. Auch spätere Änderungen, Stilllegung und Betreiberwechsel sind meldepflichtig.8 Die Registernummer braucht der Netzbetreiber, damit er Ihnen die Einspeisung gutschreiben kann.10
Muss ich die PV-Anlage beim Finanzamt anmelden?
Bei typischen Anlagen auf dem Einfamilienhaus meist nicht. Das Bundesfinanzministerium beanstandet es nicht, wenn Betreiber die Aufnahme der Tätigkeit nicht anzeigen und keinen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung schicken. Voraussetzung: Die Anlage ist nach § 3 Nr. 72 EStG begünstigt9 und Sie nutzen die Kleinunternehmerregelung. Das Bayerische Landesamt für Steuern erklärt das ausführlich.10
- Einkommensteuer: Einnahmen aus Anlagen bis 30 kWp je Wohneinheit sind steuerfrei, insgesamt bis 100 kWp je Person.11
- Umsatzsteuer: Kauf und Installation auf Wohngebäuden kosten 0 Prozent Umsatzsteuer, bis 30 kWp gelten die Voraussetzungen automatisch als erfüllt.12
- Ausnahme: Haben Sie andere steuerliche Gründe für eine Erfassung, etwa ein Gewerbe, sprechen Sie mit Ihrem Steuerberater.
Was übernimmt der Elektriker, was Sie selbst?
Netzanfrage, Inbetriebsetzung, Fertigmeldung und auf Wunsch den Registereintrag übernehmen wir als eingetragener Elektrobetrieb. Sie unterschreiben die Formulare, den Rest erledigen wir. Für Ihre Adresse klären wir vorab, welcher Netzbetreiber zuständig ist. Mehr zur PV-Elektrik in Bad Saulgau und zum Zählerschrank für PV und Wallbox. Was vor der Anmeldung kommt, steht im Ratgeber PV-Anlage kaufen.
Quellen
- Stadtwerke Bad Saulgau: Netzbetreiberwechsel Strom ab 01.01.2027 (PDF)
- Stadtwerke Bad Saulgau: Informationen zur PV-Anlage
- Netze BW: Stromeinspeisung im Überblick
- VNBdigital: Netzbetreiber je Adresse abfragen
- Verbraucherzentrale: EEG 2023/24, was heute für Photovoltaik-Anlagen gilt (01.08.2026)
- § 13 Niederspannungsanschlussverordnung (NAV)
- § 5 Marktstammdatenregisterverordnung
- Verbraucherzentrale: Photovoltaik, was bei der Planung einer Solaranlage wichtig ist (26.08.2026)
- Bundesministerium der Finanzen: Steuerliche Erfassung von Betreibern kleiner Photovoltaikanlagen, Schreiben vom 12.06.2023
- Bayerisches Landesamt für Steuern: Hilfe zu Photovoltaikanlagen (Juni 2025)
- § 3 Nr. 72 Einkommensteuergesetz
- § 12 Abs. 3 Umsatzsteuergesetz
- § 48 Erneuerbare-Energien-Gesetz (Solaranlagen, Abs. 2a Volleinspeisung)